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Die Diademinsel

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Übersicht

Die Diademinsel
Die Diademinsel

Vor gerade einmal 5 Jahren wurde die Diademinsel von enardischen Seefahrern in den Weiten des Ozeans entdeckt – wobei wiederentdeckt die korrektere Bezeichnung wäre, denn die Insel ist nicht unbewohnt.

Geografie

Vor Urzeiten durch vulkanische Kräfte geformt, ist sie ungefähr 1.900 km2 groß. Bis jetzt hat noch kein Gelehrter die Insel besucht geschweigedenn erforscht, doch sicherlich würden solche Männer anhand der markanten Gebirgsformen schließen, daß es sich um einen ungewöhnlich großen Vulkan gehandelt haben muss, der an der Entstehung maßgeblich beteiligt war.
In der Senke in der Mitte des ehemaligen Kraters hat sich ein flacher See gebildet, der von den Schmelzwassern aus den Bergen gespeist wird. Von den Bergketten vor den stürmischen Winden geschützt ist seine Oberfläche oft spiegelglatt, was ihm den Namen Spiegelsee eingebracht hat.

Die Berge, deren Spitzen einen großen Teil des Jahres von Schnee bedeckt sind, waren es auch, die der Insel ihren Namen gaben, erheben sie sich doch majestätisch über die Insel, die gleich einem eisgekrönten Haupt aus dem Meer ragt. Die markantesten und zugleich höchsten unter ihnen sind die Silberkappe im Südosten, der Geisterfinger im Nordosten und das Sturmhorn im Westen.

Gesellschaft

Die Diademinsel
Orte und Gebiete

Obwohl ein Besuch der Insel einen gewissen Umweg darstellt, dient die Diademinsel den Händlern, die als einzige über den Seeweg Kontakt zum abgeschotteten Reich der Cardalir haben, als gern genutzte Zwischenstation und Schutz vor den Stürmen, die die Region von Zeit zu Zeit heimsuchen.

Die Verständigung mit den Einheimischen klappt recht gut, sprechen sie doch ein eigenwilliges Gemisch aller enardischen Sprachen des Kontinents Candaeriath. (Dieses Kauderwelschs wegens wird bei den Ortsnamen in diesem Bericht ausschließlich der Bedeutung nach übersetzt.)

Die sprachliche Eigenart, sowie verschiedene Elemente in Sitten, Kleidung dem Baustil der Häuser – ja sogar der Essgewohnheiten – deuten darauf hin, daß die Insel in der Vergangenheit mehr als einmal havarierten Seefahrern als Zuflucht oder unfreiwilliges Gefängnis gedient haben muss. Die heutige Bevölkerung stammt von deren Nachkommen ab, die sich mit den ursprünglichen Einwohnern der Insel vermischt haben. Wo und wann diese hergekommen sind, läßt sich nicht genau sagen. Interessierte können sich bei einem Besuch auf der Insel allerdings die alten Felsbilder in den Höhlen zu Füßen der Silberkappe in der östlichen Bergkette zeigen lassen.

Dort lebt heute niemand mehr, aber nur wenige Stunden Fußmarsch weiter befindet sich das Dorf Dämmergrund, das mitten in einem Waldgebiet liegt. Die Dämmerdörfler sind geschickt im Umgang mit Holz, und haben sich darum direkt an der Quelle des besten Holzes auf der gesamten Insel angesiedelt.
Auf der anderen Seite der Berge befindet sich Hammertal, das abgelegenste der drei Inseldörfer. Hier befinden sich einige Kupferadern beinahe an der Oberfläche. Sie sind nicht sonderlich ergiebig, doch für den Bedarf der Inselbewohner reicht es allemal. Es gilt als Zeichen von Reichtum, sich das Dach seines Hauses mit Kupfer verkleiden zu lassen. Ebenfalls üblich sind große Kupferbleche in den Haustüren, deren kunstvolle Prägungen auch das Interesse der Händler aus Übersee geweckt haben. Bis jetzt werden sie jedoch eher als Zeichen der Hochachtung verschenkt statt verkauft.
Hochstrand, das älteste der drei Dörfer, ist laut der Legende der Neubau des Dorfes Strand, das zu dicht am Meer lag und darum von einer Sturmflut zerstört wurde. Die Hochstrander sind die besten Fischer der Insel.

Neben diesen ständig bewohnten Dörfern gibt es noch zwei zeitweilig bewohnte Siedlungen, nämlich Weidensang und Schemmern.
Schemmern liegt an der Schemmenbucht, die durch die vorgelagerte Vogelinsel vor den schlimmsten Wetterkapriolen geschützt ist. Es dient als Laichplatz für die Silberstichler, einer schmackhaften Hochseefischart, deren Dahinflitzen dicht unter der Wasseroberfläche der Bucht ihren Namen gab.
Zu Beginn des Sommers reisen Leute von der ganzen Insel zur Bucht, um die Fische in einer großen gemeinsamen Aktion zu fangen, auszunehmen und zu dörren oder zu räuchern. Nach etwa drei Wochen ist alles vorbei, und sie kehren mit vollbeladenen Booten und Wägen wieder in ihre Dörfer zurück.
Im Spätsommer wiederholt sich die Reisewelle, diesmal zieht es jedoch alle in die Mitte der Insel nach Weidensang, wo sie sich zusammenfinden um an den Ufern des Spiegelwassers das Bartschilf abzuernten. Die Rohre kann man aufschneiden und das gelblich braune Rohrmark auskratzen. Es wird getrocknet und dient als vitaminreiches Stärkungsmittel im Winter, bevorzugt wird es mit Fischtran zu einer Paste gemischt. Die Seefahrer haben es ebenfalls für sich entdeckt, hilft es doch gegen Skorbut.
Weidensang und Schemmern sind zugleich die Heiratsmärkte der Insel. Manchmal mit und manchmal gegen den Willen der Eltern finden sich hier Paare zusammen (der Liebsee in der Nähe von Dämmergrund erhielt seinen Namen aufgrund des tragischen Ausgangs einer solchen Liebesgeschichte).

Seit die Seefahrer nicht nur stranden sondern weitersegeln und sogar wiederkommen, haben auch ein paar größere Nutztiere den Weg auf die Diademinseln gefunden. Zur Zeit wird gerade versucht sie zu vor Ort zu züchten. Die Graslandschaft in der Inselmitte rund um den Spiegelsee bietet im Prinzip ideale Voraussetzungen dafür, nur eine kleine Pflanze namens Kauergrimm macht den frischgebackenen Hirten sehr zu schaffen – ihr Vieh hat noch nicht gelernt, die leicht giftige Pflanze zu meiden, was hier und da einem Tier das Leben kostet.

Mysterium Lleydenheim

Kein Einheimischer wird einem Fremden gegenüber von sich aus Lleydenheim erwähnen, und selbst wenn man sie darauf anspricht, wird man nur wortkarge Ausflüchte ernten. Lleydenheim geht Fremde nichts an.
Lleydenheim ist ein Ort der Rätsel. Die Bauten an der Oberfläche sind längst zu Ruinen zerfallen, der Großteil der Anlage liegt jedoch unter der Erde. Die Einheimischen haben großen Respekt vor diesem Ort, denn trotz seines großen Alters ist er immer noch aktiv.
Nachts zucken geisterhafte Lichter aus seinen Tiefen gen Himmel, und haben dem Berg Geisterfinger seinen Namen gegeben, denn sie spiegeln sich auf seinen Schneeflächen.
Hier, im Herzen der Anlage, lebt der älteste und zugleich kurioseste Bewohner der Insel: der Lleyde.

Die Legenden erzählen, wie ein paar mutige junge Männer sich aufmachten, um die Lichtphänomene im Südosten der Insel zu erforschen, und dabei einen wunderlichen alten Mann fanden, der in einer zwanzig Schritt messenden Kugel aus leuchtendem Nebel schwebte, und sie nicht verlassen konnte. Die Nebelsphäre war von einem lichten Gespinst aus durchscheinenden Röhren umgeben, durch die Energie pulsierte.
Nach dem ersten Schreck trieb die Neugierde die entdeckungsfreudigen Männer dazu, ein Gespräch mit dem Alten zu beginnen, und er lud sie ein, wiederzukommen. Seither besuchen mehrmals im Jahr kleine Gruppen von Inselbewohnern den Lleyden, denn er kann in den Geistern der Vorfahren lesen, und ihr Wissen mit den Nachkommen teilen. Man muß ihm nur den Namen des Verstorbenen sagen. Er kann auch zuverlässig Auskunft über die Bewegung von Fischschwärmen geben, und hat auch immer wieder Recht mit seinen Informationen über die Ankunft von Schiffen, die Stärke von Stürmen oder den Verbleib vermisster Personen. Wie er das macht ist unklar - es gehen zwar Gerüchte um, daß er sich bei der Informationsbeschaffung von Dämonen berichten lässt, aber dafür existieren keine Beweise.
Als Bezahlung verlangt der Lleyde stets denselben Preis, manchmal im Voraus, manchmal im Nachhinein: Der Bittsteller muss seine Hände auf eine bestimmte Stelle der Röhrenkonstruktion legen. Ihn durchzuckt ein kurzer Schmerz, worauf er sich geschwächt und etwas schwindelig fühlt.
Ein ähnlicher Schmerz durchfährt jeden Besucher der versucht die Nebelsphäre zu berühren oder gar zu betreten – das wertet der Alte jedoch nicht als Bezahlung. Die Sphäre zu betreten scheint ebenso unmöglich zu sein wie sie zu verlassen.
Aus den gelegentlichen Äußerungen des Lleyden könnte ein sachverständiger Zuhörer verschiedene Informationen über Lleydenheim herauslesen:

Es muß einst eine experimentelle Forschungsreinrichtung der Ur gewesen sein.
Ob sie daran arbeiteten, einen Weg zur Magienutzung zu finden, der die Gesundheit der Zaubernden nicht angreift, oder versuchten, eine symbiotische Verbindung zwischen Leyströmen und Zauberern zu simulieren ist nicht sicher. Ebensowenig, wie die experimentelle Konstruktion, die zu diesem Zweck errichtet wurde, denn nun genau funktioniert.
Es scheint sich um ein Konstrukt zu handeln, welches den Energiefluß beim Zaubern stark verzerrt und sozusagen in seine einzelnen Etappen zerlegt. Die Kristallmagie, die hierfür in den Konstruktionen zum Einsatz kam, lenkt die Energien der arkanen und der chaotischen Magie in Bahnen, wie sie sich nur ein Genie oder ein Wahnsinniger ausdenken kann, und die man selbst in der damaligen Zeit nur unter größten Mühen hätte rekonstruieren können.
Wie bei einem Staudamm findet ein gezielter Rückstau statt, der einen Pool aus nur langsam abfließender Lebensenergie bildet. Eine Art Batterie, die sich nur sehr langsam entleert und die man von außen „aufladen“ kann – die Nebelsphäre des Lleyden. Direkt unsterblich ist er nicht, sein Altern wurde durch die Versuchsanordnung nur extrem verlangsamt. Hätten ihn die Inselbwohner nicht gefunden, und würden immer wieder ihre Lebensenergie in die Konstruktion einspeisen, wäre der Greis mittlerweile vielleicht schon tot.
Ob er auf der Suche nach dem ewigen Leben freiwillig diesen Platz gewählt hat? Vielleicht wurde er gar unfreiwillig als Versuchskaninchen mißbraucht oder geriet durch einen Unfall in das Feld hinein? Alle Versuche der Inselbewohner, den Lleyden zu dem Thema zu befragen, führten nur dazu, daß der Alte wirres Zeug murmelte, und tagelang nicht ansprechbar war. Ähnliches galt für die Frage wie alt er sei. Dann antwortet er meist mit „Uralt!“ und bekommt einen hysterischen Kicheranfall.
Daher nimmt man den Alten der Diademinsel einfach so wie er ist, gruselt sich ein wenig vor ihm und ist doch dankbar für seine Weisheit.

Religion

Die Diademinsel
Sturmfängerrune

Es ist erwiesen, das die lokale Bevölkerung keine der bekannten Gottheiten der Festländer huldigt. Wie das geschehen sein mag, kann nur seinen Grund in der starken Diversität der Völker gelegen haben.

Stattdessen wird eine Halbgottheit welche nur als 'die Sturmfängerin' bekannt ist, verehrt. Den Sagen nach schütze sie die Insel vor den Widrigkeiten der See. Ebenso gelte sie als die Wegbegleiterin der Verstorbenen auf dem Wege zum Seelenreich.

Von den besuchenden Seefahrern mitgebracht, erfreute sich der 'Sturmfängerkult' besonders unter gwynnaerischen Reisenden immer größerer Beliebtheit und ziert immer mehr die Insignien der Schiffe als Glücksbringer entgegen der Gefahren der See.

In eigener Sache

Die Diademinsel war ein Geschenk von Sturmfaenger - mit seiner Beschreibung und Karten (Religion wurde von mir hinzugefügt, ebenso zeitliche Korrekturen). Vielen Dank. =)